Vom Sand zu Hightech-Funktionsgläsern 
K11  MUSEA Komplex in Hongkong, China mit Pilkington Optiwhite™ (Bild Pilkington Deutschland AG)

Vom Sand zu Hightech-Funktionsgläsern 

Die Gebrüder Dorfner GmbH & Co. KG beliefert das Floatglaswerk der Pilkington Deutschland AG in Weiherhammer, Oberpfalz, mit Glasschmelzsand für die vielfältige Produktpalette des weltweit führenden Glasherstellers.

Können Sie sich eine Welt ohne Glas vorstellen? Der ökologisch bedeutende Werkstoff ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Die Glasrohstoffe kommen aus der Natur. So ist Quarzsand mit rund 60 Prozent der Hauptbestandteil des Glasgemenges. Das Werk der Pilkington Deutschland AG in Weiherhammer hat in den vergangenen mehr als 40 Jahren seit seiner Gründung eine wechselvolle Geschichte erlebt. Verwurzelt ist der Standort in der Tradition der oberpfälzischen Glasherstellung, die bis ins Jahr 1487 zurückreicht. Gegründet als zweiter Floatglasstandort der damaligen Flachglas AG (heute Pilkington Deutschland AG) ist der Standort mittlerweile Teil der NSG Group, einer der weltweit führenden Hersteller von Glas und Glasprodukten für die Bereiche Architectural, Automotive und Technical Glass. Das Unternehmen hat 2006 den Glaslieferanten Pilkington übernommen und mittlerweile Produktionsstandorte auf der ganzen Welt sowie Vertriebsaktivitäten in über 100 Ländern. Rund 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind weltweit für die NSG Group tätig. Am Standort Weiherhammer sind etwa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. 

Optimale Qualität von Anfang an 

Herzstück der Produktion in Weiherhammer ist der Floatglasprozess, der in den 1950er Jahren von Pilkington entwickelt wurde. Für diesen Prozess werden die Rohstoffe in einem Mischer zu einem Gemenge verarbeitet, das in der Schmelzwanne bei ca. 1.600 °C zu Glas geschmolzen wird. Neben Quarzsand sind Kalk und Dolomit als Stabilisatoren sowie Soda und Sulfat, die als Flussmittel den Schmelzprozess beschleunigen, Bestandteil des Rohstoffgemenges. Das Gemenge kann bis zu 40 Prozent Scherbenanteil enthalten – so können die Schmelztemperatur und damit auch der Energieeinsatz erheblich gesenkt werden. Die Rohstoffe unterliegen strengsten Qualitätsanforderungen und -prüfungen und werden deshalb ausschließlich von zertifizierten Lieferanten bezogen.  

Luftaufnahme Werk Weiherhammer (Bild: Pilkington Deutschland AG) 

Das flüssige Glas fließt bei etwa 1.000 °C auf ein flaches Bad aus geschmolzenem Zinn in einer chemisch kontrollierten Atmosphäre. Das Glas schwimmt auf dem Zinn, breitet sich aus und bildet eine ebene Oberfläche. Nach seiner kontrollierten Abkühlung wird das Glas geschnitten und von der Linie abgestapelt.  

Funktionsglas für spezielle Anwendungen 

Das Werk Weiherhammer ist Produktionsstandort verschiedenster Spezialgläser der NSG Group und zeichnet sich innerhalb der Gruppe durch eine sehr komplexe Produktpalette aus. Am Standort werden neben Wärmedämmgläsern und selbstreinigendem Glas auch Antikondensationsgläser, Antireflexionsgläser, Sonnenschutzgläser, halbtransparente Spiegel, Solargläser und Gläser mit einer leitfähigen Beschichtung produziert. Zum Produktionsspektrum des Werks gehören sowohl besonders dünne Gläser angefangen bei 0,7 mm „Dicke“ als auch überlange Gläser von bis zu 24 Metern Länge.  

Sandlager im Werk Weiherhammer (Bild: Pilkington Deutschland AG) 

Aus der Oberpfalz in die Welt

Ein internationales Prestigeobjekt der NSG Group mit Glas aus Weiherhammer ist der K11 MUSEA Komplex in Hongkong, China – das neue kulturelle Ziel in Hongkong. Die atemberaubende Fassade besteht aus sage und schreibe 475 Glasröhren mit einer Höhe von neun Metern und einem Durchmesser von jeweils knapp einem Meter. Jede einzelne Glasröhre hat ein Gewicht von zwei Tonnen. Die Glasröhren bestehen aus Pilkington Optiwhite™, einem Weißglas, das im Werk Weiherhammer produziert worden ist. Pilkington Optiwhite™ eignet sich hervorragend für Anwendungen, in denen absolute Transparenz und eine optimale Farbwiedergabe gefordert sind. Durch die Verwendung von besonders eisenoxidarmen Rohstoffen bei der Produktion besitzt Pilkington Optiwhite™ nicht den für Floatglas üblichen Grünstich und überzeugt durch eine attraktive helle Glaskante. So gelangt ein Maximum an Tageslicht in das Gebäudeinnere. 

Birgit Kernebeck (Unternehmenskommunikation, Pilkington Deutschland AG (NSG Group), Gelsenkirchen)